Kindheitsforschung

von Dr. Lisa Jares

Die erziehungswissenschaftliche und soziologische Kindheitsforschung fokussiert auf die Lebensbedingungen, Alltagserfahrungen und Sozialbeziehungen von Kindern. Sie ist eine vergleichsweise junge Forschungsdisziplin, welche sich seit den 1980er Jahren manifestiert.

„Kinder werden als Personen wahrgenommen, die – wie alle übrigen Gesellschaftsmitglieder auch – in konkreten aktuellen Verhältnissen leben, ihre sozialen Beziehungen mitgestalten und eigene Muster der Verarbeitung ihrer lebensweltlichen Umwelt ausbilden.“ (Heinzel 2012)

Mit der Sichtweise Kinder als eigenständige Subjekte und Akteure ihrer Umwelt zu betrachten, hat sich die Kindheitsforschung methodisch weiterentwickelt. In vielfältigen quantitativen und qualitativen Untersuchungen ist die kindliche Perspektive nun Forschungsgegenstand. Grundsätzlich können alle sozialwissenschaftlichen Methoden angewandt werden: Fragebogen, Interview, Gruppendiskussion, Beobachtung und ethnographische Studien sowie non-direktive Verfahren etc. In der Forschungspraxis wird jedoch deutlich, dass schwerpunktmäßig Befragungen, Interviews und standardisierte Methoden angewandt werden und vermehrt quantitativ als qualitativ geforscht wird. Die Methoden können der Kindheitsforschung jedoch nicht einfach „übergestülpt“ werden, sondern müssen entsprechend auf Kinder und das untersuchte Phänomen angepasst werden.

Problematisiert wird im aktuellen Diskurs, dass Kindheitsforschung nicht Forschung „über“ Kinder fokussieren sollte, sondern Forschung „aus der Perspektive von Kinder“ (Mey 2003).

Weiterführende Literatur

Mey, G. (2003): Zugänge zur kindlichen Perspektive. Methoden der Kindheitsforschung. For- schungsbericht aus der Abteilung Psychologie im Institut für Sozialwissenschaften der Technischen Universität Berlin, Nr. 2003-1.

Heinzel, F. (Hrsg.) (2012): Methoden der Kindheitsforschung. Weinheim/ Basel: Beltz Verlag. (2. Auflage)

Zur Abgrenzung siehe auch Frühpädagogik, Elementarpädagogik und Kindheitspädagogik.

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